Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Seine Auswirkungen sind bereits heute spürbar und nehmen in Zukunft zu. Auch der FC Schalke 04 ist von den Folgen betroffen und sieht sich in der Verantwortung, seinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.

Als Fußballverein und Austragungsort von Großveranstaltungen verbrauchen wir erhebliche Mengen an Energie – in Form von Wärme, Strom oder durch Mobilität. Wir benötigen Ressourcen, um zehntausende Stadionbesucherinnen und -besucher mit Essen und Getränken zu versorgen. Große Abfallmengen entstehen an Spieltagen und sind zu entsorgen. Merchandise-Produkte, von denen viele auf anderen Kontinenten produziert werden, müssen ins Ruhrgebiet transportiert werden. All diese Prozesse führen zum Ausstoß von Treibhausgasemissionen und tragen zur Erderwärmung bei.
Unsere Aufgabe ist es, diesen Beitrag so gering wie möglich zu halten und systematisch zu reduzieren. Deshalb überprüfen wir fortlaufend alle Prozesse und setzen dort an, wo Verbesserungen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes möglich sind.
Klimabilanz nach GHG Protocol
Ein bedeutender Schritt auf unserem Weg zu mehr Umwelt- und Klimaschutz war die Erstellung unserer ersten vollumfänglichen Klimabilanz, die ausführlich dargestellt auch in unserem Nachhaltigkeitsbericht 2023/2024 findet. Diese wird künftig regelmäßig aktualisiert und bildet die Grundlage für die Definition konkreter Ziele und Reduktionsstrategien. Unsere Klimabilanz wurde in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister erstellt und basiert auf der Systematik des international anerkannten Greenhouse Gas Protocols. Erfasst haben wir die Emissionen sämtlicher relevanter Standorte: der VELTINS-Arena, des gesamten angrenzenden Vereinsgeländes einschließlich Geschäftsstelle und Service Center sowie der Fanshops in Oberhausen und Gelsenkirchen. Insgesamt wurden rund 46.000 Tonnen CO₂e (CO₂-Äquivalente) ermittelt.

Scopes und CO2e erklärt
Scope 1
Direkte Emissionen, die durch eigene Prozesse entstehen – zum Beispiel bei uns durch das Heizen mit Erdgas oder den Kraftstoffverbrauch vereinseigener Fahrzeuge.
Scope 2
Indirekte Emissionen, die beim Bezug von Strom oder Fernwärme entstehen – also Energie, die zwar woanders erzeugt, aber vom Verein genutzt wird.
Scope 3
Alle weiteren indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, etwa die Anreise der Fans, die Herstellung und der Transport von Produkten oder externe Dienstleistungen.
CO2e (CO2-Äquivalent)
Alle Emissionen werden in CO2-Äquivalenten (CO2e) angegeben, einer einheitlichen Maßeinheit, mit der unterschiedliche Treibhausgase hinsichtlich ihrer Klimawirkung vergleichbar gemacht werden.
Reduktionsziele und strategische Steuerung
Die vollständige Erfassung aller Emissionen bildet die Grundlage für die Entwicklung realistischer und gleichzeitig ambitionierter Reduktionsziele. Denn nur wer seinen CO2 -Fußabdruck kennt, kann fundierte Entscheidungen treffen und wirksame Maßnahmen ergreifen. Auf Basis der vorliegenden Klimabilanz analysieren wir die größten Emissionstreiber und prüfen gezielt, in welchen Bereichen kurzfristige, mittelfristige und langfristige Reduktionspotenziale bestehen. Dabei werden technische Machbarkeit, Kosten, Wirksamkeit und Relevanz im Gesamtzusammenhang bewertet. Derzeit arbeiten wir an der Ausformulierung konkreter Ziele, die im Anschluss in unsere Nachhaltigkeitsstrategie integriert werden.
Optimierung der Klima- und Umweltbilanz
In den vergangenen Jahren haben wir wichtige Maßnahmen umgesetzt, um unsere Klima- und Umweltbilanz zu verbessern. Ein Meilenstein war der Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Parkhausdach sowie die Installation mehrerer Ladesäulen für E-Fahrzeuge auf dem Vereinsgelände. Damit produzieren wir erstmals selbst erneuerbare Energie und können diese direkt nutzen.
Auch im Bereich der Fan-Mobilität, die für einen großen Teil der Emissionen verantwortlich ist, konnten wir Fortschritte erzielen: Mit der Einführung der vereinseigenen S04-Mitfahrbörse bieten wir Fans eine nachhaltigere Alternative zur individuellen Anreise.

Symbol für den Wandel: Unsere neue PV-Anlage
Die Installation der großflächigen Photovoltaikanlage auf dem Parkhausdach ist ein sichtbares Symbol für den Wandel auf Schalke. Die Anlage ist nicht nur ein Beitrag zur klimafreundlichen Energieversorgung, sondern auch Ausdruck des gestiegenen Bewusstseins für nachhaltiges Handeln auf allen Ebenen des Vereins.
Die Solaranlage deckt über Eigenverbrauch und Einspeisung bilanziell, also rein rechnerisch, fast unseren kompletten jährlichen Strombedarf auf dem Vereinsgelände (ohne VELTINS-Arena) und spart viele Hundert Tonnen CO2 pro Jahr ein. Gleichzeitig macht sie uns unabhängiger vom öffentlichen Stromnetz und senkt langfristig die Energiekosten – und das ohne zusätzliche finanzielle Belastung für den Verein. Dieses Projekt ist ein Meilenstein unserer Nachhaltigkeitsarbeit, weil es zeigt, wie Klimaschutz und wirtschaftlicher Nutzen Hand in Hand gehen können.